Kampf gegen Rohstoffwäsche und Lynas Übernahme (70)

Bulle und Baer Symbolbild

MARKT

China setzt Rohstoff-Wäsche ein Ende

China geht ab Mai 2019 verschärft gegen den illegalen Abbau von Seltenen Erden vor und schließt die Grenzen nach Myanmar. Myanmar hatte sich 2018 zu einem wichtigen Lieferanten von seltenerdhaltigen Erzen entwickelt, wie Reuters berichtet. Die chinesische Regierung geht jedoch inzwischen davon aus, dass ein Teil der aus Myanmar eingeführten Rohstoffe ursprünglich illegal in China abgebaut wurden.

Um diese „Rohstoff-Wäsche“ zu unterbinden, schließt China die Grenzen zum Nachbarland vorerst komplett, nachdem die Einfuhren 2018 bereits eingeschränkt worden waren. In den Regionen nahe Myanmar sind schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium besonders reichhaltig im Erz vorhanden. Wir erwarten daher eine sinkende Verfügbarkeit dieser Rohstoffe.

Quellen: reuters.com & news.metal.com

Lynas lehnt Übernahme-Angebot ab

Die australische Minenfirma Lynas hat Anfang April ein Kaufangebot der Aktiengesellschaft Wesfarmers abgelehnt. Als Grund nannte Lynas die Zusatzbedingungen des Gebots. Dazu gehörte unter anderem, dass die Verarbeitung der Rohstoffe weiter in Malaysia stattfindet. Die Lizenzen dafür laufen allerdings im September 2019 aus – und in den Verhandlungen herrscht wohl weiterhin Stillstand.

Das könnte darauf schließen lassen, dass Lynas die Verarbeitung verlegen möchte. Sollte das gelingen, wäre die Marktposition von Lynas durchaus gut, da sie als eine der wenigen Produzenten außerhalb Chinas das Potential haben, nennenswerte Mengen Seltener Erden auf den Markt zu bringen.

Quelle: wallstreet-online.de

INNOVATIONEN

Bauwerkintegrierte Photovoltaik ist im Kommen

Im März standen beim Forum Bauwerkintegrierte Photovoltaik die namensgebenden Bauwerkintegrierten Photovoltaikanlagen (BIPV) im Fokus. Klassisch sind Solaranlagen an Gebäuden vor allem auf dem Dach installiert. Die gebäudeintegrierten Anlagen können dagegen als Verdunklungs- oder Fassadenelemente ausgeführt werden.

Inzwischen werden sogar gefärbte Platten angeboten, die nicht mehr als Photovoltaik erkennbar sind. Die Leistungseinbuße beträgt dabei keine 10 Prozent. Die Möglichkeiten dieser Produkte könnten wieder Schwung in die erlahmte Photovoltaik- Branche in Deutschland bringen. Ebenfalls positiv dürfte sich die Bauwerkintegrierte Photovoltaik auf die Nachfrage der benötigten Technologiemetalle auswirken – in erster Linie Gallium, Indium und Tellur.

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Neue Windparks erhellen Ausblick für Seltene Erden

Länder wie Frankreich, Polen und Italien verfügen mitunter über die längsten Küstenabschnitte Europas. Doch Offshore-Anlagen sind bis dato äußerst rar. Dies soll sich nun ändern. Neue Projekte wurden ins Leben gerufen. So plant Frankreich, den Anteil an regenerativer Energie bis zum Jahr 2030 auf 40% zu erhöhen. Auch wenn bis zur Realisierung noch viele Jahre vergehen werden – der Einsatz der sogenannten Magnetmetalle ist gewiss.

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HINTERGRUND

Praseodym-Neodym-Eisen-Bor-Magnete: „Grüne“ Magnete aus Brasilien

Forscher der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum haben sich mit der Vermarktungsfähigkeit von Didymium-Fe-B-Magneten (Neodym-Praseodym-Eisen-Bor- Magneten) beschäftigt. Ihre Ergebnisse präsentieren die drei AutorInnen Drusche, Krause und Niski in ihrem Aufsatz „Der ‚Green Magnet’“, der vor kurzem im Fachjournal ERZMETALL erschienen ist. Auch wer sich nicht für die Details der Analyse interessiert, findet in dem Beitrag solide Grundinformationen zu Seltenen Erden und deren Produktions- und Marktbedingungen.

Gut für InvestorInnen: Grüne Magnete wären eine nachhaltige Lösung für erneuerbare Energien, ohne dass dabei Seltene Erden substituiert werden müssten. Seltene Erden, so macht der Beitrag deutlich, sind umweltpolitisch schwer charakterisierbare Rohstoffe:

„Die Nutzung von Nd-Fe-B-Permanentmagneten mit negativem ökologischen Fußabdruck steht in direktem Widerspruch zu deren Anwendung in Applikationen, die den nachhaltigen Zukunftstechnologien wie z. B. Windenergie und Elektromobilität zuzuordnen sind.“ (S. 41).

Einen Ausweg bieten Grüne Magnete. Der ökologische Fußabdruck dieser Hochleistungsmagnete sei gegenüber Neodym-Bor-Eisen-Magneten kleiner. Gewährleisten soll das die Verwendung von brasilianischen Seltenerdelementen, die als nachhaltigere und „grünere“ Variante zu chinesischen Produkten am Markt etabliert werden. Hier werden „bei der Produktion der Magnete soziale Gesichtspunkte berücksichtigt und ein respektvoller Umgang mit der Ressource Mensch/Mitarbeiter gepflegt“ (S. 42).

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