Stoppt China Seltenerd-Exporte in die USA? (71)

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MARKT

Stoppt China den Export Strategischer Metalle in die USA?

Seit Monaten laufen die Wirtschafts-Sanktionen des US-Präsidenten Donald Trump gegen China. Mit den jüngsten Maßnahmen gegen den chinesischen Technologie-Konzern Huawei eskaliert der Konflikt weiter. Beobachtern zufolge wird nun eine massive Gegenmaßnahme Chinas immer wahrscheinlicher: Ein Export-Stopp für Seltene Erden in die USA. Einen solchen Ausfall könnten die USA kurz- bis mittelfristig nicht ersetzen. Zwar gibt es außerhalb Chinas durchaus relevante Vorkommen, diese sind jedoch bislang nicht wirtschaftlich und müssten erst erschlossen werden. Das dauert in der Regel mehrere Jahre. Gleiches gilt für die aufwändige Verarbeitung der Erze.

Ein solcher Boykott würde zahlreiche amerikanische Industrien in schwere Bedrängnis bringen. Auch die Produktion amerikanischer Militär-Technologie wäre betroffen, womit die Situation auch einen Sicherheits-Politischen Aspekt erhält. Wenig überraschend haben die Preise für Seltene Erden bereits jetzt angezogen. Ein Teil der Preissteigerung dürfte allerdings auf die Grenzschließung zwischen China und Myanmar (wir berichteten im Newsletter 70) zurückgehen.

Quelle: boerse-am-sonntag.de

Sonnige Aussichten für die Photovoltaik

Besitzer von Indium und Tellur können sich über wachsenden Bedarf an ihren Sachwerten freuen. Sonnenseite.com deklarierte erst Mitte Mai: „Auch weltweit gesehen befindet sich die Solarenergie auf dem Vormarsch.“ Diesen Schluss lässt der Bericht Global Market Outlook for Solar Power 2019 zu, laut dem der Ausbau von Photovoltaik bis 2023 um 80 % zunehmen soll.

Der Trend wird unter anderem begründet durch den geringen Kostenfaktor, der Photovoltaik extrem attraktiv macht, gerade für Erreichung von EU-Richtlinien: „In both Europe and the EU, we anticipate very stronggrowth for 2019. As the EU’s national binding 2020 renewables targets are rapidly getting closer, and many member states still have some way to go (according to Eurostat, 17 of the EU-28 had not reached their targets by end of 2017), low-cost and easily deployable solar is often seen as a key means to meet the finishing line in time.” (S. 18)

Quellen: sonnenseite.com & solarpowereurope.org

INNOVATIONEN

Tesla setzt verstärkt auf Seltenerd-Magneten

Bereits 2018 hatte Tesla im Mittelklasse-Wagen „Model 3“ den Induktions-Motor durch einen Permanent-Magnet-Motor ersetzt. Nun will das Unternehmen ab sofort auch bei den Oberklasse-Modelle „S“ und „X“ einen der zwei Induktions-Motoren durch einen Permanent-Magnet-Motor ersetzen. Die Neuerung sorgt zusammen mit weiteren Optimierungen für bis zu zehn Prozent mehr Reichweite. In den Motoren kommen äußerst leistungsstarke Neodym-Eisen-Bor-Magneten zum Einsatz. Zwar werden dafür pro Stück nur geringe Mengen Neodym benötigt (etwa im Vergleich zu Windrädern, die pro Stück rund eine Tonne Neodym benötigen). Dennoch dürfte die Nachfrage nach Neodymoxid durch die Entwicklungen bei Tesla in absehbarer Zeit steigen.

Quelle: tesla.com

Indium und Gallium für OLED-Fernseher gefragt

Corning Incorporated (Hersteller des bekannten Gorilla-Glases für Smartphone-Displays etwa von Apple und Samsung) hat ein neues leistungsstarkes Glassubstrat für TV-Bildschirme angekündigt: Astra Glas. Im Gegensatz zu aktuellen Bildschirmen, für die Silizium verarbeitet wird, setzt dieses neue Substrat auf IGZO-TFT (Indium-Gallium-Zink-Oxide) Technologie. So ist es den Anforderungen an modernste OLED Fernseher gewachsen. Indium und Gallium werden damit wichtiger Bestandteil dieses zukunftsträchtigen Marktes. In einem Interview auf Digitimes.com sagt Daniel Tseng, Präsident von Corning Display Technologies Taiwan, für die Display-Branche ein Wachstum von fünf Prozent bis 2022 voraus. „The growth of screen sizes“, so Tseng, “will drive the expansion of the display glass market. The average display size of TVs is expected to increase by 1.5 inches a year from 2018-2022, reaching 51 inches in 2020 from 45 inches in 2018.”

Quellen: heise.de & tvj.co.in

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HINTERGRUND

Erstmals Seltene Erden auf einem Exoplaneten nachgewiesen

Der Exoplanet Kelt-9b befindet sich in 650 Lichtjahren Entfernung von der Erde im Sternenbild Schwan. Exoplaneten sind Planeten, die sich nicht im Einfluss der Gravitation der Sonne befinden. Auf Kelt-9b herrscht eine Temperatur von 4.000 Grad, daher ist er auch als „heißer Jupiter“ bekannt. Alle chemischen Elemente verdampfen dort und steigen in die Atmosphäre des Planeten auf – auch Metalle. Mit einem empfindlichen Spektrografen auf einem großen Teleskop konnten Schweizer Wissenschaftler nun erstmals Seltene Erden in dieser Atmosphäre nachweisen, genauer Scandium und Yttrium. Freilich ist an einen Abbau dieser Metalle in absehbarer Zeit nicht zu denken, da die Kosten den Verkaufserlös bei weitem übersteigen würden. Die Wissenschaftler sehen aber gute Chancen, dass dieselbe Technik sogenannte Biosignaturen, also Anzeichen für Leben, auf einem Exoplaneten finden wird.

Quelle: forschung-und-wissen.de