Förderung von Technologiemetallen bald auch in Deutschland? (72)

Bergbau-Symbolbild

MARKT

China öffnet Batteriemarkt für ausländische Produzenten

Wer bislang in China Elektrofahrzeuge produzieren wollte, hatte bei den Akkumulatoren nur begrenzte Optionen. Denn laut Regierung in Peking galt eine feste Liste, auf der alle zugelassenen Akku-Produzenten zu finden waren. Wenig überraschend bestand die Liste – bis auf eine Ausnahme – ausschließlich aus chinesischen Firmen. Die Marktführer wie LG, Samsung oder Panasonic waren außen vor. So verwundert es kaum, dass von allen verbauten Akkumulatoren nur 12 Prozent aus ausländischer Quelle stammten.

Nun hat Peking die Liste offiziell abgeschafft. Der Nachrichtendienst Roskill rechnet damit, dass sich der Anteil ausländischer Produkte bis 2025 auf 25 Prozent erhöhen wird. Hintergrund der Entscheidung dürfte sein, dass China den Bedarf seiner Automobilindustrie nicht mehr selbst decken kann. Denn der Bedarf ist riesig: Im letzten Jahr wurden im Reich der Mitte gut eine Million E-Autos und rund 200.000 elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge verkauft. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum etwa 70.000 Fahrzeuge.

Quelle: roskill.com

Förderung von Technologiemetallen bald auch in Deutschland?

Eine neue Membrananlage soll die Gewinnung Strategischer Metalle wie Indium oder Germanium revolutionieren. Die TU Bergakademie Freiberg testet den Filter, damit er zukünftig an anderen Standorten eingesetzt werden kann. In den nächsten zwei Jahren soll die schreibtischgroße Anlage in rund 150 m Tiefe im Lehrbergewerk „Reiche Zeche“ stehen. Sollte die Anlage wie geplant funktionieren, kann sie die bisherige Gewinnung von Strategischen Metallen vereinfachen. Da weniger chemische Zwischenschritte nötig sein werden, wird der Prozess deutlich umweltfreundlicher.

Sollte sich das Verfahren anschließend noch im industriellen Maßstab bewähren, könnte es die Chancen erhöhen, auch auf deutschem Grund wieder in nennenswertem Ausmaß Technologiemetalle zu fördern und zu verarbeiten. Denn Rohstoff wäre durchaus vorhanden: Im von Freiberg gerade einmal 70 km entfernten Pöhla ist das Bergbauunternehmen SME bei der Suche nach Wolfram-Vorkommen kürzlich auch auf Indium gestoßen.

Quelle: tag24.de

INNOVATIONEN

Solarzelle mit Rückspiegel

Dünnschichtsolarzellen aus Cadmiumtellurid oder Galliumarsenid sind bereits um ein Vielfaches dünner als Solarzellen aus Silizium. Zudem sind sie auch schneller herzustellen. Ein Nachteil sind die höheren Kosten – Silizium ist einfach sehr viel billiger als Gallium oder Indium. Forscher aus Paris und Freiberg sind mit einem Trick, der aus dem Spiegelsaal in Versailles stammen könnte, einen entscheidenden Schritt weitergekommen: Sie entwickelten eine nanostrukturierte Spiegel-Schicht aus Silber und Titandioxid auf der Rückseite der Solarzelle. Dadurch lenkten sie das einfallende Sonnenlicht mehrmals durch die Halbleiterschicht aus Galliumarsenid und konnten so den Wirkungsgrad deutlich steigern.

Im ersten Versuch erreichten sie einen Wirkungsgrad von fast 20 Prozent. Solarzellen aus Silizium schaffen bis zu 29 Prozent. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, den Wirkungsgrad in absehbarer Zeit auf 25 Prozent heben zu können. Die Halbleiterschicht muss mit der neuen Technologie nur gut 200 Nanometer dick sein, was etwa einem Zehntel der bisherigen Dicke entspricht. Durch den massiv gesunkenen Materialverbrauch könnte die Spiegeltechnik der Gallium-Dünnschichtsolarzelle zu einem nennenswerten Marktanteil verhelfen. In diesem Fall wäre mit einer steigenden Galliumnachfrage fest zu rechnen.

Quelle: wissenschaft-aktuell.de

Mehr über Gallium

 

HINTERGRUND

EU investiert massiv in Technologieforschung

Die EU hat angekündigt, wie im Jahr 2020 die letzte Tranche des Forschungs-Förderprogramms „Horizont 2020“ aufgeteilt wird. Verteilt werden 11 Milliarden Euro, das ist der größte Jahresbetrag des seit 2014 laufenden Programms mit einem Gesamtvolumen von 77 Milliarden Euro. Auf die Forschung für kohlenstoffarme, klimaresistente Technologien entfallen demzufolge 3,7 Milliarden Euro, also mehr als ein Drittel. So soll beispielsweise der ökologische Fußabdruck der Industrie verkleinert werden, aber auch Verbesserungen in der Batterietechnik und Energielösungen für Städte stehen auf der Liste geförderter Bereiche.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, sagt: „Horizont 2020 generiert neues Wissen und neue Technologien und hat eine starke wirtschaftliche Wirkung. Von 100 Euro, die wir in Horizont 2020 investieren, erwarten wir, dass diese bis 2030 für unser Bruttoinlandsprodukt 850 Euro erwirtschaften und damit Millionen von Arbeitsplätzen für die Europäer schaffen.“

Quelle: solarserver.de